Woraus besteht Ohrenschmalz (Cerumen)?
Ohrenschmalz ist kein Abfallprodukt, sondern eine feine Emulsion, die von speziellen Drüsen (Glandulae ceruminosae) im äußeren Drittel des Gehörgangs gebildet wird. Es setzt sich zusammen aus:
- Lipiden und Fettsäuren: Sorgen für die wasserabweisende Eigenschaft und verhindern das Austrocknen der zarten Gehörgangshaut.
- Lysozym und antimikrobiellen Peptiden: Hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen.
- Leicht saurer pH-Wert (ca. 5 bis 5,5): Erzeugt ein natürliches Milieu, das Krankheitserreger abwehrt.
- Abgestoßenen Hautschuppen: Cerumen bindet abgestorbene Zellen und transportiert sie nach außen ab.
Die oberste Hautschicht des Gehörgangs wandert kontinuierlich von innen nach außen – ähnlich wie ein mikroskopisches Förderband (etwa 2 bis 3 Millimeter pro Monat). Unterstützt durch die Bewegungen unseres Unterkiefers beim Kauen und Reden wandert überschüssiges Schmalz ganz von alleine zum Ohreingang.
Wann entsteht ein Schmalzpfropf?
Normalerweise reguliert sich die Schmalzmenge von selbst. Zu einer Ansammlung (Cerumen obturans) kommt es meist durch äußere Faktoren:
- Wattestäbchen & Gegenstände: Das Schmalz wird mechanisch verdichtet und nach hinten geschoben.
- Häufiges Tragen von In-Ear-Kopfhörern oder Ohrstöpseln: Der natürliche Abtransport wird blockiert, Feuchtigkeit staut sich.
- Ungünstige Gehörgangsanatomie: Sehr enge oder stark gewinkelte Gehörgänge begünstigen Ablagerungen.
- Verändertes Schmalz im Alter: Mit zunehmendem Alter kann das Sekret trockener und zäher werden.
Sichere Hilfe bei Pfropf-Verdacht
Bemerken Sie ein plötzliches dumpfes Gefühl oder hören Sie auf einem Ohr schlechter (besonders nach dem Baden, wenn das Cerumen aufgequollen ist), kratzen Sie nicht selbst. Ein kurzer Termin in einer HNO-Praxis genügt: Ärztinnen und Ärzte entfernen den Pfropf unter Sicht schmerzfrei mit feinen Sauginstrumenten oder einer warmen Wasserspülung.