Was ist auditorische Ermüdung?
Die Sinneszellen in der Gehörschnecke (Cochlea) wandeln Schallwellen in elektrische Nervenimpulse um. Bei dauerhafter Reizung verbrauchen diese Zellen erhebliche Mengen an Energie und Stoffwechselprodukten. Bleibt eine Erholungsphase aus, geraten die Zellen in einen Zustand der Erschöpfung – Fachleute sprechen von auditorischer Fatigue (Hörermüdung).
Typische Anzeichen einer beginnenden Hörermüdung sind:
- Schlechtere Konzentration und erhöhte Reizbarkeit.
- Das Gefühl, sich beim Zuhören mehr anstrengen zu müssen.
- Ein leichtes Druckgefühl in den Ohren am Ende des Arbeitstages.
- Das Bedürfnis, die Lautstärke immer weiter hochzudrehen, um „gut zu hören“.
Arbeiten Sie mit Headset, planen Sie nach jedem 45- bis 60-minütigen Gespräch oder Call mindestens 10 Minuten ohne Kopfhörer ein. Verbringen Sie diese Pause möglichst in natürlicher Stille – nicht mit dem Anschauen von Social-Media-Videos auf dem Smartphone.
Bildschirmpausen sind auch Hörpausen
Oft konzentriert sich Arbeitsschutz auf Augenpausen (wie die 20-20-20-Regel). Das Gehör profitiert jedoch gleichermaßen:
- Lautsprecher statt Headset: Wenn Sie im Home-Office alleine im Raum sind, lassen Sie Videocalls oder Musik über Schreibtisch-Lautsprecher mit moderater Lautstärke laufen. Das entlastet den Gehörgang vom ständigen Okklusionseffekt.
- Stille Spaziergänge: Nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang ohne Kopfhörer. Das Gezwitscher von Vögeln oder leise Umgebungsgeräusche wirken entspannend auf das Nervensystem.
- Fester Feierabend für die Ohren: Legen Sie nach der Arbeit eine kopfhörerfreie Zone ein, bevor Sie abends Musik oder Serien konsumieren.
Planen Sie Ihre Erholung
Mit unserem kostenfreien interaktiven Wochenplaner für Hörpausen können Sie sich feste Routinen für Werktage und Wochenenden zusammenstellen.