Red Flags: Wann Sie unverzüglich handeln müssen
Das Gehör ist ein hochsensibles Sinnesorgan. Während leichte Verunreinigungen an der Ohrmuschel problemlos im Alltag versorgt werden können, erfordern die folgenden Alarmsignale eine sofortige ärztliche Abklärung:
- Plötzlicher Hörverlust (Hörsturz): Sie wachen morgens auf und hören auf einem Ohr plötzlich wie durch dicke Watte oder gar nichts mehr.
- Starke, stechende Ohrenschmerzen: Besonders in Verbindung mit Fieber, Rötung der Ohrmuschel oder Schwellung hinter dem Ohr.
- Ausfluss aus dem Ohr (Otorrhö): Austritt von gelblichem Eiter, wässriger Flüssigkeit oder Blut aus dem Gehörgang.
- Akuter Drehschwindel und Gleichgewichtsstörungen: Häufig ein Zeichen für eine Beteiligung des im Innenohr liegenden Gleichgewichtsorgans.
- Trauma oder Fremdkörper: Nach einem Schlag aufs Ohr, einem Tauchunfall oder wenn ein Gegenstand im Ohr feststeckt.
Der Hörsturz: Warum schnelles Handeln zählt
Ein Hörsturz ist eine plötzlich auftretende, meist einseitige Schallempfindungsstörung ohne erkennbare Ursache. Oft geht er mit einem Druckgefühl im Ohr und Tinnitus einher. Obwohl es Spontanremissionen gibt, verbessert eine frühzeitige cortisonbasierte Therapie nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde die Heilungschancen signifikant.
Schleichende Hörveränderungen erkennen
Nicht jede Veränderung kommt über Nacht. Eine alters- oder lärmbedingte Schwerhörigkeit (Presbyakusis) entwickelt sich oft über Jahre unbemerkt. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Sie müssen bei Gesprächen in lauter Umgebung (Restaurants, Feiern) häufiger nachfragen.
- Familienmitglieder empfinden Ihren Fernseher oder Ihr Radio als unangenehm laut.
- Hohe Stimmen von Kindern oder Vogelgezwitscher werden schwerer wahrgenommen.
Erreichen Sie am Wochenende oder abends keine geöffnete HNO-Praxis, wählen Sie die kostenfreie bundesweite Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116 117. Bei akuter Lebensgefahr oder schweren Begleitsymptomen gilt der Notruf 112.